„Ganz Geesthacht? Nein, aber am 3. Mai 1928 brannten die meisten der mit Reet gedeckten Gebäude und den Brand von 1887 überstanden hatten, nieder. Der damals in Flammen aufgegangene Stadtkern würde heute sicherlich als sehenswert gelten „Überall Trümmer, überall Flammen, überall Schreie, Krachen, Splittern, wohin das Auge sieht und das Ohr hört! Man hat den Eindruck, als stehe ganz Geesthacht in Brand“, notierte der Reporter der Bergedorfer Zeitung an diesem Tage.
Vermutlich war es ein undichter Schornstein, der um circa 15 Uhr das Reetdach des Hauses von Gustav Holert, Fährstraße, in Brand setzte. Böiger, wechselnder Wind verteilte die Funken über die Stadt, innerhalb von drei Stunden brannten an der Bergedorfer Straße, an Elb-, Sand-, Markt- und Hafenstraße 16 Wohn- und Wirtschaftsgebäude bis auf die Grundmauern nieder: Etliche Familien wurden obdachlos.
Wegen eines defekten Verteilers wurde die Feuerwehr zu spät alarmiert und Feuerwehren aus Hamburg mussten in Lohbrügge warten, weil dort die Bahnschranken für fast eine halbe Stunde geschlossen blieben. Erst gegen 20 Uhr hatten die Feuerwehrleute und die vielen helfenden Bürger den Brand unter Kontrolle. Auch das ehemalige Pastorat der Kirchengemeinde St. Salvatoris wurde ein Raub der Flammen. Dort, wo es stand, befindet sich heute der Stadtpark (Hachedepark).